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Stefan Aust, Aserbaidschan und ein bisschen Heuchelei

Stefan Austs Film über Aserbaidschan, eine der vielen Diktaturen auf den Trümmern des Sowjetreichs, ist durch einen Beitrag des NDR-Magazins Zapp in die Schusslinie geraten. So weit, so gut – oder so schlecht, je nach Sichtweise. Aust selbst verteidigt seinen Film nach wie vor, die Kritiker sprechen von Propaganda: meedia.de
Zur Heuchelei aber wird die ganze Debatte, wenn man sich nur auf N24 einschießt. Andere Sender bringen ganze Serien über das Land, das seit dem Ende der Sowjetunion von einer einzigen Familie kontrolliert wird – zum Beispiel Euronews.
Ich wage die These: Aserbaidschan ist überall! Die Ökonomie vieler Fernsehsender funktioniert so: Man nudelt die meiste Zeit so genannte „Dokumentationen“ ab. Sie sind besonders billig zu produzieren und beliebig wiederholbar. Besonders beliebt sind exotische Reiseberichte – die in aller Regel nicht von den Sendern selbst finanziert werden. Sondern von Tourismusbehörden, PR-Firmen oder gleich direkt von der jeweiligen Regierung. Wer sich darüber erregt, sollte sich gleich richtig erregen.

Bernd Ziesemer

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