0

„Mobile First“ verändert (noch einmal) alles

Kaum haben sich Medien und Marketing an „Online First“ gewöhnt, müssen alle schon wieder umdenken: „Mobile First“ verändert vieles – vor allem auch das Nachrichtengeschäft der Zeitungen. Von Facebook lernen, heißt siegen lernen.
Die Nachricht von Facebook zeigt nicht weniger als den Scheitelpunkt einer Trendwende: Erstmals nimmt der Social-Media-Riese mehr mit Mobile-Werbung ein als mit Online-Werbung. Die Gewinne explodieren, die Börse jubelt:
http://meedia.de/2014/01/30/plus-63-prozent-facebook-als-weltmacht-in-sachen-mobile-werbung/
Doch diese Meldung geht keineswegs nur werbetreibende Unternehmen und Werber an, sondern auch Verlage und Journalisten. Denn die Werbegelder gehen ja nur dort hin, wo sich die User tummeln. Immer mehr Menschen beziehen ihre Nachrichten nicht mehr über ihren Desk-Computer, sondern über ihr I-pad oder Smartphone. Diese Geräte werden zum Newsmedium par excellence. Man liest die wichtigsten Wirtschaftsmeldungen, Politberichte und bunten Meldungen schon am frühen Morgen auf dem Mobiltelefon und hält sich im weiteren Tagesverlauf auf dem gleichen Wege auf dem neusten Stand. Der Desk-Top-Computer verliert mit rasender Geschwindigkeit als Ausgabemedium für Nachrichten an Bedeutung.
Damit steht aber auch den Zeitungen und anderen Nachrichtenproduzenten ein erneuter Umbruch bevor, auf den sich wenigsten bisher schon konsequent eingestellt haben. „Mobile First“ verändert die Arbeitsabläufe im Newsroom ein weiteres Mal, obwohl man sich doch gerade erst auf „Online First“ umgestellt hat. Und vor allem verändern sich die journalistischen Darstellungsformen und technischen Voraussetzungen. Viel zu viele Mobil-Angebote der Zeitungen ähneln noch den Online-Angeboten und sind sichtlich, optisch wie inhaltlich, von ihnen abgeleitet. Das Design stimmt einfach nicht, weil es nicht den Mobil-Bedürfnissen der User folgt. Wie es richtig funktioniert, kann man sich bei Twitter, Facebook und einigen neuen News-Apps in den USA anschauen. Wenn die Mobil-Angebote „führen“ sollen, müssen sich die Zeitungen von den bisherigen Insellösungen verabschieden (hier eine Stand-Alone-Mobil-App, da das Online-Angebot und an dritter Stelle Print als Hintergrundmedium).
Auch für die Unternehmenskommunikation kommt dieser Wandel – wenn auch erst später. Die Unternehmen sind noch viel weiter vom Idealzustand der mobilen Kommunikation entfernt als die Medien (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen). Klar ist nur. Auch hier kommt der Wandel! Hier ein kurzer, aber guter Blogbeitrag zum Thema:
http://www.sichtweise.co/blog/artikel/von-content-strategie-bis-mobile-first-die-trends-im-web-fur-2014

Bernd Ziesemer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.